Retinierter Zahn
Kurz erklärt
Ein retinierter Zahn ist ein Zahn, der nicht (vollständig) durchgebrochen ist und ganz oder teilweise im Kieferknochen oder unter dem Zahnfleisch verbleibt. Besonders häufig betrifft das die Weisheitszähne und die oberen Eckzähne. Ist der Zahn zusätzlich verschoben, spricht man von einem verlagerten Zahn.
Ursachen
Das Wichtigste auf einen Blick
- Platzmangel im Kiefer – häufigste Ursache
- Ungünstige Wachstumsrichtung des Zahns
- Betrifft oft Weisheitszähne und obere Eckzähne
- Oft Zufallsbefund auf dem Röntgenbild
Am häufigsten fehlt dem Zahn der Platz zum Durchbrechen – etwa bei engem Zahnbogen. Auch eine ungünstige Lage oder Wachstumsrichtung, verfrüht verlorene oder zu lange verbliebene Milchzähne sowie genetische Faktoren können dazu führen, dass ein Zahn „stecken bleibt". Da ein retinierter Zahn oft keine Beschwerden macht, wird er häufig zufällig auf einem Röntgenbild entdeckt.
Diagnose und mögliche Folgen
Zur genauen Beurteilung von Lage und Nachbarschaft zu Nerven oder Nachbarzähnen dient ein Röntgenbild oder eine dreidimensionale DVT. Mögliche Folgen eines retinierten Zahns sind Druck auf Nachbarzähne, Zysten (Zyste), wiederkehrende Entzündungen oder eine Verschiebung der übrigen Zähne.
Behandlung
Nicht jeder retinierte Zahn muss behandelt werden. Je nach Lage, Alter und Beschwerden kommen infrage:
- Beobachten: beschwerdefreie, günstig liegende Zähne mit regelmässiger Kontrolle.
- Freilegen und einordnen: vor allem bei Eckzähnen – chirurgisches Freilegen und kieferorthopädisches Einordnen mit einer Zahnspange.
- Entfernen: bei Beschwerden, Zysten oder Gefährdung der Nachbarzähne, häufig bei Weisheitszähnen (Weisheitszahn-OP).
Häufige Fragen
Was bedeutet „retinierter Zahn"?
Ein Zahn, der nicht vollständig durchgebrochen ist und ganz oder teilweise im Kiefer bzw. unter dem Zahnfleisch verbleibt. Häufig betrifft das Weisheitszähne und obere Eckzähne.
Muss ein retinierter Zahn immer entfernt werden?
Nein. Beschwerdefreie, günstig liegende Zähne können unter Kontrolle belassen werden. Entfernt oder freigelegt wird, wenn Beschwerden, Zysten oder eine Gefährdung der Nachbarzähne bestehen – das entscheidet der Zahnarzt individuell.
Wie wird ein retinierter Zahn festgestellt?
Meist über ein Röntgenbild oder eine dreidimensionale DVT, da ein retinierter Zahn oft keine Beschwerden verursacht und von aussen nicht sichtbar ist.