Karies
Kurz erklärt
Karies ist die bakteriell verursachte Zerstörung der Zahnhartsubstanz. Bakterien im Zahnbelag wandeln Zucker in Säuren um, die Mineralien aus dem Zahnschmelz lösen. Unbehandelt dringt Karies tiefer vor; die Behandlung erfolgt über eine Kariesbehandlung.
Wie entsteht Karies?
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vier Faktoren wirken zusammen: Bakterien, Zucker, Zahn und Zeit
- Plaquebakterien bilden aus Zucker Säuren
- Die Säuren lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz (Demineralisierung)
- Häufige Zuckeraufnahme hält den Zahn dauerhaft im sauren Milieu
Karies entsteht nicht durch einen einzelnen Faktor, sondern durch das Zusammenspiel von vier Bedingungen (Karies-Tetrade): kariesauslösende Bakterien, Zucker als deren Nahrung, ein anfälliger Zahn und ausreichend Zeit.
Nach jeder Zuckeraufnahme sinkt der pH-Wert im Zahnbelag, und der Schmelz verliert Mineralien. In den Phasen dazwischen kann der Speichel den Schmelz wieder remineralisieren. Entscheidend ist das Gleichgewicht: Wer häufig zuckerhaltig isst oder trinkt, verschiebt es Richtung Demineralisierung – Karies entsteht.
Die Stadien der Karies
| Stadium | Was passiert | Behandlung |
|---|---|---|
| Initialkaries | Weisser Fleck (White Spot), nur Entkalkung des Schmelzes | Fluoridierung, ggf. Kariesinfiltration |
| Schmelzkaries | Defekt im Schmelz, noch ohne Loch im Dentin | Füllung, bei frühem Befund Überwachung |
| Dentinkaries | Karies erreicht das weichere Dentin, schreitet schneller voran | Füllung |
| Tiefe Karies | Nähe zum Zahnnerv, Schmerzen möglich | Füllung, ggf. Wurzelbehandlung |
Symptome
Frühe Karies verursacht keine Beschwerden – das macht die Vorsorge so wichtig. Mit fortschreitender Tiefe können auftreten:
- weisse oder bräunliche Verfärbungen
- Empfindlichkeit auf Süsses, Kaltes oder Heisses
- sichtbare Löcher oder raue Stellen
- Schmerzen bei tiefer Karies
Karies vorbeugen
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zuckerkonsum reduzieren und seltener über den Tag verteilen
- Zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen
- Zahnzwischenräume täglich reinigen
- Regelmässige Kontroll- und Prophylaxetermine
Fluorid härtet den Schmelz und fördert die Remineralisierung – es ist der wirksamste Einzelschutz gegen Karies. Ebenso wichtig ist, die Häufigkeit der Zuckeraufnahme zu senken: nicht die Menge allein, sondern die ständige Wiederholung schadet. Bei Kindern schützt zusätzlich die Fissurenversiegelung der Backenzähne.
Häufige Fragen
Tut Karies immer weh?
Nein. Frühe Karies ist schmerzlos. Schmerzen treten erst auf, wenn die Karies tief ins Dentin oder in die Nähe des Zahnnervs vorgedrungen ist. Deshalb werden kleine Defekte oft nur bei der Kontrolle entdeckt.
Kann sich Karies von selbst zurückbilden?
Nur im allerersten Stadium: Eine beginnende Entkalkung (White Spot) kann durch Fluorid und gute Mundhygiene remineralisieren. Sobald ein Loch im Schmelz oder Dentin entstanden ist, ist der Defekt dauerhaft und muss behandelt werden.
Ist Karies ansteckend?
Die auslösenden Bakterien können übertragen werden, etwa von Eltern auf Kleinkinder über gemeinsames Besteck. Ob Karies entsteht, hängt aber von Ernährung und Mundhygiene ab.